Die Zusammenschmelzung von Künstlicher Intelligenz und Robotern im Sportbereich hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die erste bekannte Auseinandersetzung fand 1996 statt; die Schachpartie „Deep Blue“ gegen den damaligen amtierenden Weltmeister Garri Kasparow. Es war der erste Computer, der in regulärer Spielzeit gegen einen Schachweltmeister gewann. 2015 gewann ein Computer gegen den amtierenden Weltmeister im asiatischen Brettspiel Go. 2017 gewann die Software „Libratus“ beim Pokern gegen vier der besten Spieler der Welt.

Schon lange ist davon die Rede, dass Roboter irgendwann unsere Arbeit übernehmen. Auch im Tischfussball ist künstliche Intelligenz seit Jahren im Einsatz. Der Automatenaufsteller Gauselmann hat vor über 15 Jahren einen Roboter-Kickertisch entwickelt namens „Kiro“, der gegen den Mensch gewinnen kann. Der Kickertisch verfügt über eine Vielzahl an Sensoren, die die Geschwindigkeit und die Bewegung der Spielfiguren messen. Überhalb des Spielfeldes ist eine Kamera installiert, die alle 20 Millisekunden Bilder an den zentralen Rechner schickt. Der Rechner wertet die Daten aus und steuert dann ensprechend seine Kickerstangen. Entwickelt wurde Kiro am Institut für Informatik an der Universität Freiburg. Der Kicker-Roboter war seitdem auf einigen Ausstellungen zu sehen. Bislang ist nicht bekannt, wieviele Maschinen Gauselmann hat produzieren lassen.

2016 haben Studenten an der „École polytechnique fédérale de Lausanne“ in der Schweiz einen weiteren Roboter entwickelt. Der Roboter ist so weit entwockelt worden, dass er gegen durchschnittliche Spieler gewinnt. Trotzdem ist der Roboter sehr stark ausbaufähig. Der Roboter sei im Moment wie ein „Bodybuilder mit kleinem Gehirn“: Er kann zwar sehr stark schießen, er kann aber keine feinen Techniken anwenden. Die Studenten arbeiten daran, dass der Roboter die aktuelle Position des Gegners erkennen soll.

Er soll dann Pässe spielen können, die dann zu Torschüssen führen. Zwei Motoren steuern die Dreh- und Schiebbewegungen der Stangen. Sehr ungewöhnlich wie „menschliche Spieler“ ist der glasige Spielfeldboden. Darunter befinden sich kameras, die den Ball verfolgen und die Daten an den Rechner überträgt. Es wird spannend zu beobachten sein, ob diese Roboter irgendwann in der Lage sein werden, bestimmte Schusstechniken wie Jet, Schieber, Abroller oder gar einen Heber ausüben zu können.

Frühestens im Jahre 2050 sollen Roboter gegen Fussballmanschaften antreten können. Hochentwickelte Roboter sollen dann in der Lage sein, gegen die aktuelle Weltmeisterschaftsmannschaft gewinnen zu können.