Nun müssen wir noch bei allen vier Beinen die zwei Leimholzbretter, aus denen sie jeweils bestehen, zusammenleimen. Dafür wird jeweils ein Außenteil vollflächig mit Holzleim eingestrichen und mit dem zugehörigen Innenteil (also dem Brett mit der Fräsung für die Querstrebe) zusammengefügt. Einige Schraubzwingen bauen den beim Abbinden des Leims benötigten Druck auf. Weil die mit Leim bestrichenen Teile ziemlich glitschig werden und beim Anziehen der Schraubzwingen gerne aufeinander verrutschen, ist es keine schlechte Idee, zusätzlich mit ein paar Holzdübeln die Position der Teile aufeinander zu fixieren. Nach dem Abbinden des Leims können wir eventuell überstehende Kanten mit dem Bündigfräser beifräsen und den fertigen Beinteilen anschließend mit dem Fasenfräser rundum eine leichte Fase geben.

3.6. Die Montage der Beine

Montage der Beine: Zunächst setzen wir die Bauteile „trocken“ zusammen. Der aus Torkästen und Seitenwänden zusammengefügte Korpus liegt auf dem Rücken. Wir setzen die Querstreben zwischen die Beine und schieben die Beine in die Fräsungen in den Seitenwänden ein. Es passt hoffentlich alles? Dann können wir die Beine in der richtigen Position mit Schraubzwingen fixieren und die Schraubenlöcher für die Beine von der Außenseite der Seitenwände her durch die Beine durchbohren. Wichtig: Beim Abnehmen markieren wir die Beine und die Fräsungen so, dass wir anschließend immer und für alle Zeiten wissen, welches Bein zu welcher Fräsung gehört. Hilfreich ist hier zum Beispiel ein Dremel mit Frässtift, mit dem wir jeweils zwei gleiche Buchstaben von AD in Beine und zugehörige Fräsungen einfräsen können – so sind spätere Verwechslungen ausgeschlossen. Nun entfernen wir die Schraubzwingen und die Beine, setzen die Querstreben und Beinteile mit Holzleim wieder zusammen und schieben die Beine erneut auf den Korpus. Wir befestigen die Beine mit jeweils 2 Maschinenschrauben M 8 x 70 und dazu passenden Muttern am Korpus. Zwischen Schraubenkopf und Seitenwand und Mutter und Bein bringen wir dabei jeweils noch eine Unterlegscheibe unter.


Die Verleimung der Querstreben in den Beinen unterstützen wir mit jeweils einer Schraube, die von außen durch das Bein in die Querstrebe führt. Also: Loch für die Schraube vorbohren und Holzschraube mit Sechskantkopf (60 mm lang) einschrauben. Entweder sollten wir uns hier ein wenig beeilen und für eine feste Verbindung die Schrauben setzen, solange der Leim noch nicht angezogen hat oder zunächst eine lange Schraubzwinge setzen und erst nach dem Abbinden des Leims die Schrauben montieren. - Die Zeichnung rechts zeigt noch einmal die Stellen, an denen die Beine mit dem Korpus und den Querstreben verschraubt werden.

3.7. Queraussteifungen

Unter dem Spielfeld setzen wir zwei Querplatten ein, die dem Tisch zusätzliches Gewicht verschaffen und sowohl das Spielfeld unterstützen als auch die Seitenwände weiter stabilisieren. Nach Demontage der Beine können wir diese Bauteile in diesem Baustadium gut anpassen. - An „gutem“ Material benötigen wir für die Querplatten zwei MDF-Zuschnitte der Stärke 19 mm im Format 68 cm x 20 cm. Als Halterung können vier 20 cm lange Stücke Holzleiste etwa im Querschnitt 20 mm x 30 mm oder 30 mm x 40 mm dienen. Besser – aber auch ein wenig aufwändiger – können wir uns auch aus ein paar Stücken Restholz ein paar einfache Winkel mit einer Länge von 20 cm bauen. Eingebaut werden die Halterungen und Queraussteifungen so, wie es die nachfolgende Zeichnung zeigt. Die Winkeln oder Leisten (je nach gewählter Lösung) werden sowohl mit den Seitenwänden als auch mit den Platten verschraubt. Weil wir nur schrauben, lässt sich die Konstruktion jederzeit wieder demontieren.




3.8. Torkastenabdeckungen

Was nun noch fehlt, sind Abdeckplatten für die hinteren Torkastenöffnungen (Bauteile 9 aus dem Zuschnittplan Seite 1). Die Abdeckungen sollen sich öffnen lassen, damit das Torkasteninnere für Servicearbeiten jederzeit zugänglich bleibt. Eine Auflistung der Arbeitsschritte:

1) in die oberen Kanten der Abdeckplatten je drei Löcher für Holzdübel bohren
2) in die Löcher Holzdübel einleimen
3) auf die Enden der Holdübel ein Leimtröpfchen geben und Torkastenabdeckungen „einsetzen“ - die Leimtropfen markieren, wo im Torkastendeckel die Löcher gebraucht werden, in die die Dübel rutschen sollen
4) an den durch die Leimtropfen markierten Stellen Löcher bohren
5) am unteren Rand eine Holzleiste einsetzen, die zusammen mit den Dübeln die Torkastenabdeckung im Torkasten arretiert
6) ggf. als Griffhilfe in den unteren Rand der Torkastenabdeckungen oder der Torkästen eine Griffmulde fräsen


Schritt 1) und 2):
 
 
 
Schritt 3):

 

Schritt 4):

Schritt 5):

 

3.9. Oberflächenfinish

Bei den schönen Holzoberflächen des Tisches bietet es sich natürlich an, nicht einfach alles mit einem deckenden Farblack überzupinseln (auch das kann man natürlich tun, wenn man denn unbedingt möchte). Attraktiver ist es vielleicht, den Werkstoff Holz optisch zur Geltung kommen zu lassen. Welche Möglichkeiten gibt es? Die einfachste Möglichkeit ist ein guter Klarlack. Empfehlenswert und gleichzeitig ohne große Suche im Fachhandel auch in Baumärkten erhältlich sind grundsätzlich die Produkte der Firma CLOU. Gut geeignet für eine farblose Lackierung ist zum Beispiel der wasserbasierende Lack L 11. Es gibt zwar preisgünstigere Produkte, aber wegen der guten Verarbeitbarkeit und der langwährenden Klebefreiheit sollte man an diesem Punkt nach der ganzen Mühe des Kicker-Baus nicht unbedingt anfangen, sparen zu wollen! Möchte man dem Holz eine andere Farbe geben, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen können wir eine Lacklasur verwenden, die die Holzmaserung durchscheinen lässt. Lacklasuren werden ebenfalls von CLOU angeboten. Hier kommen wir mit einem Produkt aus, haben eine begrenzte Zahl von Holzfarbtönen zur Auswahl und anschließend eine farbige Lackschicht auf dem Kickertisch. Zum zweiten können wir das Holz zunächst farbig beizen und anschließend mit dem schon genannten Lack L 11 klarlackieren. Letztere Methode ist vorzuziehen, da das Endprodukt unempfindlicher gegen Abstoßen ist. Die Auswahl an Farbtönen ist größer, da die Firma CLOU als Beizpulver in Beuteln auch einige reinfarbige Farbtöne wie rot, grün, blau oder gelb (also nicht nur Holzfarbtöne) anbietet. Verarbeitung: Das Holz ist immer mit einem Schleifpapier mit 150er oder 180er Korn vorzuschleifen – ein Excenterschleifer leistet uns hier gute Dienste. Dann können entweder zwei bis drei Lackschichten aufgetragen werden oder das Holz wird zunächst gebeizt und dann – ebenfalls mit zwei bis drei Lackschichten - lackiert. Zwischen jedem Lackiergang wird mit einem Schleifpapier mit 240er Korn von Hand leicht zwischengeschliffen. Nicht geschliffen wird nur zwischen dem Auftragen der Beize und dem ersten Lackiergang. Klarlack wird dabei auf den Flächen am besten mit einer geeigneten Rolle aufgetragen. Für Beize und Lacklasur ist eher ein Auftrag mit dem Pinsel geeignet. Tipp: Vor dem Aufbringen des Oberflächenfinish können wir die freien Kanten der Bauteile mit dem Fasenfräser der Oberfräse noch leicht anfasen. Das sieht gut aus und wertet unser Werk optisch noch einmal ein wenig auf.



4. Montage

Wenn die Oberflächenbehandlung abgeschlossen ist, können wir den Tisch montieren und – endlich – spielfertig bestücken.
Der Montageablauf:

? in den Torausschnitten werden die Torrahmen festgetackert und verschraubt
? an den Seitenwänden werden die Lager und Rosetten montiert
? die Torkästen werden auf die erste Seitenwand gesteckt und Gewindestangen eingeführt
? das Spielfeld wird in die Nuten von Torkästen und Seitenwand eingeschoben
? die zweite Seitenwand wird aufgesteckt und der nun komplett zusammengefügte Korpus mit den Gewindestangen fixiert
? der Korpus wird auf den Rücken gedreht
? nun werden als zusätzliche Stütze direkt über dem Spielfeld zwei Längsleisten mit der Seitenwand verschraubt
? die Beine werden auf den Korpus aufgesteckt und mit Schrauben befestigt
? die Höhenverstellungen der Beine werden montiert
? die Gewindestange in der Mitte des Tisches wird montiert
? der Tisch kann nun auf die eigenen Füße gestellt werden
? in den Torkästen werden die Prallbretter in die Halterungen eingeschoben
? die Torkastendeckel werden aufgesetzt und ggf. von unten mit Schrauben fixiert, die durch die Torkästen bis in die auf den Torkastendeckeln montierten Leisten reichen
? die Torzähler und Balleinwurfschalen werden montiert

Nun werden noch die Spielerstangen bestückt:
Spielerstangen: Scheibe (Kunststoff) – Puffer – Scheibe (Metall oder Kunststoff) - Figuren – Scheibe – Puffer – Scheibe
Torwartstange: Scheibe (Kunststoff) – Puffer – Scheibe (Metall oder Kunststoff) - Stellring - Figur – Stellring – Scheibe –
Puffer – Scheibe

Das Spiel kann beginnen!

Vielen Dank an Klaschatx von kickerbau.org für diese Tischkicker-Bauanleitung!

 

Anlage: Schablone Toröffnung

Hier noch die Schablone für das Anzeichnen der Toröffnungen (Seite 2). Berechnet sind die Maße für den Einbau eines Leonhart-Torrahmens aus 2 mm starkem PVC-Profil.

 

 

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Kickerbau Plan
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