3.3. Vorbereitung der Seitenwände

Es geht weiter mit der Vorbereitung der Seitenwände: Hierzu zählen Fräsungen für die Stangenlager, Fräsungen für die Aufnahme der Torkästen und Fräsungen für die Aufnahme der Spielfeldträgerplatte. Wie messen wir die Lage der Löcher auf den Seitenwänden aus? Die Mitten der Lagerlöcher auf den Seitenwänden sollen 4,5 cm Abstand von der Oberkante der Seitenwand und 15 cm Abstand voneinander haben. Vorgehensweise: Mit dem Geometrie-Dreieck an mehreren Stellen 4,5 cm vom oberen Rand markieren. Die Markierungen mit einem langen Lineal zu einer geraden Linie verbinden. Auf dieser Linie die Mitte der Seitenwand bei 74,8 cm markieren (zur Kontrolle von beiden Seiten aus messen!) Von dieser Markierung aus 7,5 cm nach links und 7,5 cm nach rechts messen und Punkte markieren. Rechtwinklige Linien durch die Kreuzpunkte ziehen. Von diesen Punkten aus jeweils drei weitere Löcher nach links und nach rechts im Abstand von jeweils 15 cm markieren und wieder rechtwinklige horizontale Linien durch die Schnittpunkte ziehen. Das Ergebnis sollte nun so aussehen, wie es die Zeichnung darstellt.

Die Lagerlöcher fräsen wir mit der Kopierführung der Oberfräse und einem Nutfräser. Dafür wird eine Schablone benötigt, die wir mit der Kopierführung abfahren können. Diese Schablone muss um den Abstand zwischen Außenkante Kopierführung und Fräserdurchmesser größer sein als die benötigte Lagerbohrung. Für Leonhart-Lager benötigen wir Löcher mit 27,5 mm Durchmesser. Da die Kopierführungen je nach Oberfräsenmodell unterschiedliche Durchmesser haben können, müssen wir hier selbst ausrechnen, wie groß die Schablone sein muss, um 27,5 mm große Lagerlöcher zu fräsen. Bleibt noch das Problem zu lösen, wie wir die Lage der Schablone auf unserer Seitenwand festlegen – bisher haben wir ja nur die Mitten der Bohrungen festgelegt. Hier hilft uns der PC weiter. Mit einem Zeichenprogramm (OpenOffice.org Draw tut es ganz gut) Kreise in Größe unserer Frässchablone zeichnen. Um den Kreis ein Quadrat gleicher Größe zeichnen, die Eckpunkte diagonal mit Linien verbinden – so sind die Mittelpunkte der Kreise genau markiert – siehe Beispiel unten links. Diese Quadrate ausdrucken, ausschneiden, in der Mitte ein kleines Loch ausschneiden und mit Pritt-Klebestift so auf unsere Linien auf den Seitenwänden kleben, dass die Linien genau ineinander übergehen – siehe Beispielfoto unten rechts. Nun können wir die Schablone mit zwei Schrauben an der richtigen Stelle fixieren (dort, wo später die Lager die Schraubenlöcher überdecken! - siehe wieder das Foto) und unsere Lagerbohrungen fräsen. Wenn die Länge des Frässtiftes nicht ausreicht, um durch das immerhin 27 mm starke Material ganz durchzufräsen, können wir die Fräsungen in einem zweiten Arbeitsschritt mit dem Bündigfräser fertigstellen.

Im nächsten Arbeitsschritt fräsen wir in jede Seitenwand zwei Nuten, die später die überstehenden Multiplex- Torwände der Torkästen aufnehmen werden. Diese Konstruktion sorgt mit dafür, dass die Torkästen immer in der richtigen Position mit den Seitenwänden verbunden werden. Die Fräsnuten liegen so, wie es die Zeichnung für eine der Nuten zeigt. Sie sind gut 5 mm tief und 18 mm breit. Von der Hinterkante der Seitenwände gemessen, beginnen sie bei 13 cm und enden bei 14,8 cm. Von der Unterkante der Seitenwand gemessen, sind sie 37,7 cm lang. - Beim Fräsen nutzen wir natürlich die geraden hinteren Kanten der Seitenwände und fahren mit dem Parallelanschlag der Oberfräse an ihnen entlang.


Was nun noch fehlt, ist eine Fräsung für die Spielfeldträgerplatte. Für den Einbau eines Leonhart-Spielfeldes hat sie einen Abstand von 13,8 cm vom oberen Rand. Dieses Maß lässt sich immer dann verwenden, wenn das Spielfeld 9 mm stärker ist als die überstehende Trägerplatte, die in die Nut eingeschoben wird. Bei anderen Stärken des Spielfeldes über der überstehenden Trägerplatte muss der Abstand vom oberen Rand entsprechend angepasst werden. - Außerdem können wir nun noch ein Loch für den Balleinwurf bohren oder fräsen. Der Mittelpunkt des Loches ist in der Zeichnung dargestellt. Der Durchmesser des Balleinwurfloches soll 52 mm betragen. An dieses Auswurfloch kann später von außen eine einfache Einwurfschale ohne Gehäusedurchführung angesetzt werden. Dies entspricht der Leonhart-Konstruktion des Balleinwurfs.

Letzter Punkt bei der Vorbereitung der Seitenwände: Wir bohren nun noch Löcher für die Gewindestangen, die später Torkästen und Seitenwände zusammenhalten. Die nebenstehende Zeichnung zeigt die Maße, die natürlich auf beiden Seiten wiederholt werden (außer Mittelloch). Der Durchmesser der Löcher beträgt je nach verwendeten Gewindestangendurchmessern 6 mm oder 8 mm.

3.4. Zusammenfügen von Torkästen und Seitenwänden

Nun werden die Torkästen und die Seitenwände zusammengefügt. Die überstehenden Multiplexkanten der Torkästen schieben wir in die entsprechenden Nuten der Seitenwände. Die Unterkanten von Torkästen und Seitenwänden müssen nach dem Einschieben bündig miteinander abschließen. Mit ein paar Schraubzwingen fixieren wir den Korpus in dieser Position. In den Seitenwänden der Torkästen sind auf jeder Seite zwei Löcher mit Durchmesser 10 mm zu sehen. Diese Löcher vertiefen wir nun bis in die Seitenwände hinein, aber ohne ganz durchzubohren! 1,5 cm Bohrtiefe reicht völlig aus. In die Seitenwände leimen wir anschließend Holzdübel ein und lassen diese etwa 1 cm aus den Seitenwänden herausstehen. So können wir mit Hilfe dieser Dübel und der überstehenden Multiplexkanten der Torkästen Seitenwände und Torkästen immer wieder in der exakt gleichen Form zusammensetzen.


Sind die Positionen der Torkästen auf den Seitenwänden erfolgreich festgelegt, können wir nun die Gewindestangenlöcher in den Seitenwänden durch die Torkastenseitenwände hindurch durchbohren und anschließend schon einmal ausprobieren, ob sich das Spielfeld in die Nuten in Torkästen und Seitenwänden einschieben lässt. Wir sehen dann auch, dass Torkästen und Seitenwände hoffentlich maßgenau und ohne größere Fugen zusammenpassen.

Nun können wir auch die oberen Torkastenabdeckungen aus Multiplex montieren (Bauteile Nr. 8 aus dem Zuschnittplan Seite 1). Die Abdeckungen legen wir so auf, dass die Hinterkante jeweils bündig mit den Hinterkanten der Seitenteile abschließt (siehe Foto unten). Dann werden die Abdeckungen von den Innenseiten der Torkästen her mit den MDF-Deckeln der Torkästen verschraubt. - Was nicht bei jedem Bauteil extra erwähnt wird, gilt auch hier: Die Vorder- und Hinterkanten der Abdeckungen können wir vor der Montage mit dem Fasenfräser der Oberfräse leicht anfasen.

 

3.5. Beine – Vorbereitung der Teile

Für die Herstellung der Beine verwenden wir die Buche-Leimholz-Bretter. Die 120 cm langen Bretter teilen wir der Länge nach mittig. Anschließend teilen wir jedes der so entstandenen schmalen Bretter noch einmal in zwei gleichlange Stücke zu je etwa 60 cm Länge. Auf diese Weise erhalten wir von unserem Ausgangsmaterial acht gleichgroße Bretter, von denen später jeweils zwei aufeinandergeleimt zu einem Bein werden. - Für die Querstreben zwischen den Beinpaaren teilen wir das 80 cm lange Leimholzbrett hälftig der Länge nach in zwei schmale Bretter und kürzen jedes der beiden so entstandenen Bretter auf eine Länge von 65 cm.

Die Querstreben sollen in den Beinen eingezapft werden. Für eine optisch saubere Verbindung sind nun ein paar Fräsarbeiten erforderlich. Die nebenstehende Zeichnung zeigt, wie wir jedes Ende der Querstreben bearbeiten. Zunächst fräsen wir auf einer Breite von 18 mm das Holz auf einer Tiefe von 3 mm weg. Dann kürzen wir mit der Stichsäge den Zapfen auf jeder Seite um 10 mm

Nun benötigen wir natürlich noch in jedem Bein eine Aufnahme für den Zapfen der Querstrebe. Dazu fräsen oder
sägen wir in vier der Beinteile einen 8 cm langen und 12 mm breiten Schlitz, wie es die nebenstehende Zeichnung zeigt. Idealerweise sollen die Zapfen hinterher in den Schlitzen schön stramm sitzen.
Die Beine setzen wir von innen an den Korpus an. Wenn wir die Maße nachrechnen, werden wir feststellen, dass unsere Beinpaare mit 68,6 cm Gesamtbreite allerdings um 6 mm zu breit sind, um in den nur 68 cm breiten Zwischenraum zwischen den Seitenwänden zu rutschen. Das ist natürlich so gewollt – denn mit 3 mm tiefen Fräsungen für die Beine in den Seitenwänden können wir dafür sorgen, dass die Beine immer in der gleichen Position montiert werden können und das Tischgewicht hinterher nicht alleine an den Verschraubungen zerrt. - Wir fräsen also nun auf der Innenseite der Seitenwände 3 mm tiefe Aussparungen, in die später die Beinpaare rutschen können – so, wie es die nebenstehende Zeichnung zeigt.
Es folgt der letzte Schritt, ehe es an die Montage der Beine gehen kann. Die Beine werden mit dem Korpus verschraubt – mit 2 Schrauben je Bein. Für diese Schrauben benötigen wir natürlich Löcher in den Seitenwänden. Wir bohren also entsprechend nebenstehender Zeichnung in den Seitenwänden im Bereich jeder Fräsung für die Beine zwei Löcher. Am besten mit einem dünnen Holzbohrer erst von der Innenseite der Seitenwand nach außen bohren, dann die Bohrung mit einem 8-mm-Bohrer entsprechend der Schraubenstärke von der Außenseite her erweitern – so platzt am wenigsten Holz dort unkontrolliert weg, wo wir es nicht brauchen können.
Die Maße sind so berechnet, dass die Stangenmitten und damit die Griffe einen Abstand von 85,5 cm vom Boden haben. Zuzüglich der vollständig eingedrehten höhenverstellbaren Füße ergibt sich ein Abstand von etwa 87,5 cm. Wenn wir als großgewachsene Menschen von vorneherein einen etwas größeren Abstand wünschen, können wir die Fräsungen für die Beinaufnahmen in den Seitenwänden auch nur 9 cm oder 8 cm hoch machen und die Maße der Schraubenlöcher ggf. etwas anpassenn.

 

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Kickerbau Plan
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